
von Benjamin WagnerCalendly-Termine automatisch als Deals anlegen
Ein Interessent bucht einen Sales-Call über Calendly. Super, oder? Nur dass du jetzt manuell alle Daten ins CRM übertragen musst. Name, E-Mail, Terminzeit, Notizen. Copy-Paste. Felder ausfüllen. Deal erstellen. Pipeline zuordnen.
Und wenn's mal hektisch wird? Dann vergisst du's einfach. Der Termin findet statt, aber im CRM existiert der Lead nicht. Kein Follow-up, keine Dokumentation, keine Chance auf strukturierten Vertrieb.
Das Problem ist real. Und es kostet dich jeden Tag wertvolle Zeit.
Das Problem: Doppelte Arbeit, doppelte Fehlerquellen
Calendly ist genial für Terminbuchungen. Dein CRM ist genial für Vertriebsprozesse. Aber zwischen beiden klafft eine Lücke – und die füllst du gerade manuell.
Das bedeutet konkret:
Zeitverschwendung: Jeder Termin kostet dich 2-3 Minuten für die Übertragung. Bei 20 Terminen pro Woche sind das über 2 Stunden pro Monat. Zeit, die du für echte Sales-Arbeit nutzen könntest.
Fehlerquellen: Copy-Paste-Fehler passieren. E-Mail-Adressen mit Tippfehlern, falsche Telefonnummern oder vergessene Custom Fields. Das führt zu unprofessionellen Follow-ups oder verpassten Chancen.
Inkonsistente Daten: Mal trägst du alle Details ein, mal nur das Nötigste. Dein Team arbeitet unterschiedlich. Das Ergebnis: Ein CRM voller Lücken und unvollständiger Datensätze.
Verpasste Follow-ups: Ohne automatische Erinnerungen vergisst du Follow-up-Calls. Der Lead wird kalt, die Conversion-Rate sinkt.
Für kleine Unternehmen mit begrenzten Ressourcen ist das besonders schmerzhaft. Du hast kein großes Sales-Team, das solche Aufgaben auffangen kann.
Die Lösung: Calendly direkt mit deinem CRM verbinden
Die gute Nachricht: Das Problem ist technisch längst gelöst. Du kannst Calendly direkt mit deiner CRM-Software für kleine Unternehmen verbinden – und zwar so, dass jeder gebuchte Termin automatisch als Deal angelegt wird.
Das Prinzip ist simpel:
- Trigger: Sobald jemand einen Calendly-Termin bucht
- Aktion: Wird automatisch ein neuer Deal in deinem CRM erstellt
- Datenübertragung: Alle relevanten Infos (Name, E-Mail, Terminzeit, Antworten auf Custom Questions) wandern direkt ins CRM
Keine manuelle Eingabe mehr. Keine Fehler. Keine vergessenen Leads.
Welche Integrationsmöglichkeiten gibt es?
Du hast grundsätzlich drei Optionen:
Native Integrationen: Viele CRM-Systeme bieten direkte Calendly-Integrationen an. HubSpot, Salesforce oder Pipedrive haben oft Out-of-the-box-Lösungen. Check die Calendly Integration Overview, um zu sehen, ob dein CRM dabei ist.
Zapier: Der Klassiker für No-Code-Automatisierung. Zapier verbindet Calendly mit praktisch jedem CRM. Die Calendly-Zapier-Integrationen bieten hunderte vorgefertigte Templates.
Make.com (ehemals Integromat): Die flexiblere Alternative zu Zapier. Mehr Kontrolle über komplexe Workflows. Besonders für cloudbasierte CRM-Software für kleine Unternehmen interessant. Check die Make Calendly-Integrationen für Details.
n8n: Für Teams, die maximale Kontrolle wollen. Open-Source, selbst gehostet, DSGVO-konform. Perfekt für IT-affine kleine Unternehmen, die auf Datenschutz Wert legen.
Schritt-für-Schritt: So richtest du die Automation ein
Lass uns das konkret durchgehen. Ich zeige dir den Aufbau am Beispiel von Zapier – das Prinzip funktioniert aber bei allen Tools ähnlich.
Schritt 1: Trigger einrichten
- Erstelle einen neuen Zap/Workflow
- Wähle Calendly als Trigger-App
- Event: "Invitee Created" (wenn jemand einen Termin bucht)
- Verbinde dein Calendly-Account
- Wähle den Event Type aus (z.B. "Sales Call 30min")
- Teste den Trigger mit einem echten Calendly-Event
Der Trigger feuert jetzt bei jedem neuen Termin.
Schritt 2: Deal-Erstellung konfigurieren
-
Füge eine neue Aktion hinzu
-
Wähle dein CRM (z.B. Customermates, HubSpot, Pipedrive)
-
Aktion: "Create Deal" oder "Create Opportunity"
-
Mappe die Calendly-Felder zu deinen CRM-Feldern:
- Deal Name:
"{{Name}} - Sales Call {{Datum}}" - Kontakt E-Mail:
{{Email}} - Telefon:
{{Phone}}(falls abgefragt) - Deal Value: Standardwert oder aus Custom Question
- Pipeline & Stage: "Inbound Leads" → "Meeting gebucht"
- Terminzeit:
{{Start Time}}
- Deal Name:
-
Füge Custom Fields hinzu, die für dich relevant sind
-
Teste die Aktion
Jetzt wird bei jedem Calendly-Termin automatisch ein Deal angelegt.
Schritt 3: Zusätzliche Aktionen (optional, aber empfohlen)
Mach mehr aus deiner Automation:
Follow-up-Aufgabe erstellen: Lege automatisch eine Aufgabe an, z.B. "Follow-up Call 2 Tage nach Meeting"
Slack-Benachrichtigung: Informiere dein Sales-Team in Echtzeit über neue gebuchte Termine
E-Mail-Sequenz starten: Triggere eine automatische E-Mail-Serie für Lead-Nurturing
Lead-Scoring: Weise basierend auf Calendly-Antworten automatisch Lead-Scores zu
Best Practices für kleine Unternehmen
Nach hunderten aufgesetzten Automations habe ich gelernt: Der Teufel steckt im Detail. Hier sind die wichtigsten Tipps:
1. Nutze Calendly Custom Questions strategisch
Stell gezielte Fragen beim Booking-Prozess:
- "Was ist dein größtes Problem mit [Thema]?"
- "Wie groß ist dein Team?"
- "Was ist dein monatliches Budget?"
Diese Antworten landen automatisch in deinem CRM und helfen dir bei der Lead-Qualifizierung. So sparst du Zeit im Sales-Call, weil du schon vorbereitet bist.
2. Pipeline-Zuordnung durchdenken
Lege fest, in welche Pipeline und welchen Stage neue Deals kommen. Für die meisten kleinen Unternehmen macht Sinn:
- Pipeline: "Inbound Sales"
- Stage: "Meeting gebucht" oder "Qualifizierung"
So siehst du sofort, welche Leads aus Calendly kommen und wo sie im Prozess stehen.
3. Standardwerte setzen
Nicht jede Info kommt aus Calendly. Setze sinnvolle Defaults:
- Lead Source: "Calendly - Website"
- Deal Owner: Der Mitarbeiter, dessen Calendly genutzt wurde
- Expected Close Date: z.B. 30 Tage nach Termin
Das sorgt für konsistente Daten und besseres Reporting.
4. Duplikate vermeiden
Was passiert, wenn jemand mehrmals bucht? Konfiguriere deine Automation so, dass:
- Bestehende Kontakte aktualisiert statt neu angelegt werden
- Bei bestehenden Deals ein neuer Termin-Eintrag ergänzt wird
- Dein Team eine Notification erhält bei Mehrfachbuchungen
5. Erinnerungen automatisieren
Erstelle automatische Follow-up-Aufgaben:
- 24h vor Termin:
"Vorbereitung für Sales Call mit {{Name}}" - Nach Termin: "Follow-up E-Mail senden"
- 3 Tage nach Termin: "Status prüfen & nächste Schritte festlegen"
So verlierst du keinen Lead mehr aus den Augen.
CRM-Optionen für kleine Unternehmen im Vergleich
Welches CRM eignet sich für die Calendly-Integration? Hier ein kurzer Überblick:
HubSpot: Native Integration, einfach einzurichten. Kostenloser Plan verfügbar. Wird aber schnell teuer bei mehr Features.
Pipedrive: Solide Calendly-Integration via Zapier. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Fokus auf Sales-Pipeline.
Salesforce: Mächtig, aber overkill für die meisten kleinen Unternehmen. Komplex und teuer.
Customermates: Interessante Option für kleine bis mittelständische Teams (bis 50 Mitarbeiter). Mit nur 12€ pro Nutzer/Monat deutlich günstiger als die Big Player. Bietet 80% der Standard-Funktionen zu 20% des Preises. Calendly-Integration läuft unkompliziert über n8n – was gleichzeitig maximale Flexibilität und DSGVO-Konformität garantiert. Besonders für IT-Unternehmen und Softwareunternehmen, die Wert auf Datenschutz legen, eine echte Alternative. Schnelles Setup, keine versteckten Kosten. Für komplexere Anforderungen lassen sich zusätzliche Funktionen kostengünstig über n8n-Automatisierungen integrieren.
Fazit: Für die meisten kleinen Unternehmen reicht eine einfache CRM-Software für kleine Unternehmen mit guter Automatisierungs-Anbindung völlig aus. Du brauchst keine Enterprise-Lösung für Calendly-Integration.
ROI: Was bringt dir die Automation konkret?
Lass uns rechnen. Angenommen:
- Du buchst 20 Calendly-Termine pro Monat
- Manuelle Übertragung dauert 3 Minuten pro Termin
- Dein Stundensatz (intern) liegt bei 50€
Zeitersparnis pro Monat: 20 × 3 = 60 Minuten = 50€
Zeitersparnis pro Jahr: 12 × 50€ = 600€
Dazu kommen:
- Weniger verpasste Follow-ups: Schätz mal 2-3 zusätzliche Conversions pro Jahr durch besseres Follow-up. Bei 1.000€ durchschnittlichem Deal Value = 2.000-3.000€ zusätzlicher Umsatz
- Bessere Datenqualität: Führt zu besseren Analysen und Entscheidungen
- Skalierbarkeit: Bei 50 Terminen pro Monat steigt der ROI entsprechend
Investition: Zapier Starter Plan kostet etwa 20€/Monat. Make.com startet bei ähnlichen Preisen. n8n ist bei selbst-hosting kostenlos.
Break-even: Nach spätestens 2 Monaten hast du die Kosten wieder drin. Alles danach ist reiner Gewinn an Zeit und Effizienz.
Für preiswerte CRM-Software für kleine Unternehmen wie Customermates kommst du auf Gesamtkosten von unter 50€/Monat (CRM + Automation) – deutlich günstiger als die meisten Enterprise-Lösungen allein.
Häufige Stolpersteine (und wie du sie vermeidest)
Problem: Felder werden nicht richtig gemappt Lösung: Teste deine Automation mit echten Daten. Schick dir selbst Test-Buchungen und prüfe im CRM, ob alles korrekt ankommt.
Problem: Zeitzone-Chaos Lösung: Achte darauf, dass Calendly, dein Automation-Tool und dein CRM dieselbe Zeitzone nutzen – oder konvertiere explizit.
Problem: Automation läuft nicht konsistent Lösung: Check die API-Limits deiner Tools. Bei vielen Bookings gleichzeitig kann's zu Verzögerungen kommen. Nutze Error-Handling und Notifications.
Problem: Team nutzt Automation nicht Lösung: Dokumentiere den Prozess. Erkläre deinem Team, dass sie nichts mehr manuell eintragen müssen. Change Management ist wichtig.
Fazit: Automatisierung ist kein Luxus mehr
Calendly-Termine automatisch als Deals anzulegen ist keine Raketenwissenschaft. Es ist 2026 – manuelle Datenübertragung gehört ins letzte Jahrzehnt.
Die Tools sind da. Die Integrationen funktionieren. Der ROI ist klar.
Für kleine Unternehmen mit begrenzten Ressourcen ist das keine nette Option – es ist ein Wettbewerbsvorteil. Während deine Konkurrenz noch Copy-Paste macht, hast du schon den Follow-up-Call geplant.
Mein Tipp: Starte klein. Richte die Basis-Integration ein. Wenn das läuft, ergänze weitere Automationen (Slack-Notifications, E-Mail-Sequenzen, Lead-Scoring).
Du brauchst keine teure Enterprise-Lösung. Eine günstige CRM-Software für kleine Unternehmen mit solider Automation-Anbindung reicht völlig. Ob Customermates, HubSpot Free oder Pipedrive – such dir das beste CRM-System für deine Anforderungen aus.
Dann automatisiere. Und nutze die gewonnene Zeit für das, was wirklich zählt: Gespräche mit deinen Kunden.
Denn am Ende verkaufen Menschen und nicht CRM-Systeme.